Erste Knoten im sozialen Netz

Neue Kirchenzeitung berichtet:

Über unser Engagement Paten für Flüchtlinge zu finden, sie zu vermitteln und zu betreuen schrieb die ,,Neue Kirchenzeitung" nachfolgenden Artikel:

Sozialdienst katholischer Frauen Hamburg bringt Einheimische und Flüchtlinge zusammen

Hamburg (ms).

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) Hamburg sucht Flüchtlings-Paten. Jeder, der bereit ist, sich auf Menschen aus der Fremde einzulassen – allein, mit der Familie, mit Freunden - ist dazu eingeladen.

Sie sind auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Gewalt. Gelandet sind sie in einem fremden Land, in dem sie oft keine Menschenseele kennen. Es war dieser Gedanke, der Christiane Vagedes-Baus (55) beschäftigte. „Die Menschen sollen sagen können: Ich kenne jemanden in Deutschland, und jemand kennt mich.“ Das sei wichtig fürs Ankommen.

Die ehrenamtliche Vorsitzende des SkF Hamburg sieht es als Aufgabe ihres Verbandes, den Allerärmsten zu helfen. „Wir wollen an die Ränder der Gesellschaft gehen. Und wir wollen einen nachhaltigen Beitrag zur Integration leisten.“ Deshalb hatten sich Christiane Vagedes-Baus und ihre Vorstandskolleginnen mit einer Kinder- und Jugendpsychiaterin zusammengesetzt, die viel mit traumatisierten Flüchtlingen arbeitet. So entstand die Idee des Patenschaftprojektes.

Doch wie sollten die Frauen den Kontakt zu Flüchtlingen finden? Mit Hilfe von zwei jungen Männern, Housam und Mohammad, die selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Als „Kontaktpersonen“ suchen sie nun in Unterkünften nach Flüchtlingen, die Interesse an dem Kontakt mit Paten haben und die sich auf Begegnungen mit Deutschen einlassen wollen.

Zu einem ersten Grillnachmittag im vergangenen Sommer kamen über 20 Flüchtlinge in den Garten des SkF Hamburg an der Wartenau. Rund um den Grill und an der Kaffeetafel entstanden lebhafte Gespräche mit den einheimischen Hamburgern.

15 laufende Patenschaften gibt es inzwischen. Und die Rückmeldungen sind von beiden Seiten nur positiv. Die Beziehungen gestalten sich dabei ganz individuell. Manche Patenpaare treffen sich monatlich, andere wöchentlich. Mal treffen sich die Partner in Hagenbecks Tierpark, mal backen sie zusammen Kekse. Die Kommunikation ist oftmals holperig, mit Händen und Füßen verständigen sich beide Seiten, erzählt Christiane Vagedes -Baus. Um die Gespräche miteinander zu erleichtern, will der SkF den deutschen Mentoren künftig Sprachmaterial zur Verfügung stellen.

„Unser Projekt ist inzwischen ein großes Netzwerk und das Netz wird immer größer, sagt Christiane Vagedes-Baus. „Wir verstehen uns dabei als Knotenpunkt. Wir verknüpfen die deutschen Paten und die Flüchtlinge. Und wir bleiben mit beiden Seiten in Kontakt.“

Kontakt: Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Hamburg, E-Mail: vorstand@skf-hamburg.de

Bild:

Volles Haus in St. Marien Altona: Im November trafen sich die Paten -
Einheimische und Flüchtlinge - zu einem gemütlichen Nachmittag. Auch die
Kinder hatten dabei Spaß.