SkF Hamburg: Schwangeren fehlt es an finanzieller Starthilfe (Hamburg Journal)
Grundsätzlich haben Menschen in Hamburg mit geringem oder ohne Einkommen Anspruch auf Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt.
Insbesondere schwangere Frauen haben zusätzlich Anspruch auf einmalige Leistungen (Schwangerenbedarf in Höhe von 120 € sowie Babyausstattung in Höhe von 200 €) und auf einen monatlichen Mehrbedarf von ca. 90 € während der Schwangerschaft. Nach der Geburt gibt es weitere Pauschalen in Höhe von 130 € und 170 € für die Babyausstattung.
In unseren Beratungen stellen wir fest, dass es für schwangere Frauen zunehmend schwieriger wird, mit diesen Leistungen ihre tatsächlichen Ausgaben zu decken. Die Situation hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft: Steigende Lebenshaltungskosten führen dazu, dass die finanziellen Spielräume der Betroffenen immer geringer werden.
Hinzu kommt, dass sich Beschaffungsmöglichkeiten für günstige Babyausstattung verändert haben. Während Schwangere früher beispielsweise über Online-Plattformen oder Kleiderkammern vergleichsweise preiswerte Angebote finden konnten, zeigt sich aktuell, dass dort deutlich weniger „Schnäppchen“ verfügbar sind. Auch dies stellt eine zusätzliche finanzielle Belastung dar.
Seit Oktober 2025 sind zudem die einmaligen Zuschüsse der Bundesstiftung Mutter und Kind in Hamburg gesunken. Konkret bedeutet dies, dass Schwangere ergänzend zu den Leistungen der Behörden weniger finanzielle Unterstützung beantragen können. Der Zuschuss für die einmalige Babyausstattung wurde von 350 € auf 100 € reduziert. Wann und in welchem Umfang eine erneute Anpassung erfolgt, ist derzeit unklar.
Ein Blick in andere Bundesländer verdeutlicht die Problematik zusätzlich: In Schleswig-Holstein variieren die Leistungen der Jobcenter zwar je nach Kommune, liegen jedoch insgesamt deutlich über den in Hamburg gewährten Beträgen. Dabei wurden die oben genannten einmaligen Leistungen in Hamburg seit mehr als 20 Jahren nicht erhöht.
Die Situation schwangerer Frauen in finanzieller Not wurde kürzlich auch medial aufgegriffen:
In einem aktuellen Beitrag des Hamburg Journals (NDR), der in unserer Beratungsstelle in der Schomburgstraße entstanden ist, werden die genannten Problemlagen anschaulich dargestellt und mit Einblicken aus der Beratungspraxis untermauert.
Den vollständigen Beitrag finden Sie in der ARD Mediathek.
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